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Intel-Aktie (INTC): Der schlafende Riese vor dem Erwachen?

18.02.2025

Intel-Aktie (INTC): Der schlafende Riese vor dem Erwachen?
Die Intel-Aktie hat in den letzten Jahren eine schwierige Phase durchlaufen, die an frühere Tiefpunkte wie 2001-2002 oder 2022 erinnert. Trotz dieser Herausforderungen könnte Intel ein klassisches Value-Investment darstellen, das auf eine Erholung zusteuert. In diesem Artikel analysieren wir die technischen Signale, fundamentalen Stärken und strategischen Vorteile, die Intel als "schlafenden Riesen" kennzeichnen.

Technische Analyse: Hinweise auf Unterbewertung
In den vergangenen Jahren zeigte die Intel-Aktie zwei markante Tiefphasen, vergleichbar mit Mustern aus früheren Krisenzeiten. Besonders hervorzuheben sind:

Überverkaufte Phasen im Stochastik-Indikator: Zwischen März und Juli 2024 sowie von Mitte August bis Anfang Oktober wurden längere Perioden beobachtet, in denen der Stochastik-Indikator (K-Länge 14, K-Glättung 5, D-Glättung 3) auf überverkaufte Zustände hindeutete.
Deutliche Unterschreitungen des EMA 200: Die Aktie fiel zweimal um 50 % unter den EMA200 auf Wochenbasis, was auf eine mögliche Unterbewertung hindeutet.
Diese technischen Indikatoren könnten darauf hindeuten, dass die Intel-Aktie in einem stark unterbewerteten Bereich gehandelt wird und ein Turnaround bevorstehen könnte.

Fundamentale Stärken: Mehr als nur Prozessoren
Obwohl Intel im High-Performance-Computing-Segment Marktanteile verloren hat, verfügt das Unternehmen über mehrere stabile Geschäftsbereiche:

Netzwerkchips: Intel bleibt ein führender Hersteller von Netzwerkhardware, einem oft übersehenen, aber essenziellen Marktsegment.
Energieeffiziente CPUs (N-Serie, z. B. N100, N200, N305): Diese Prozessoren finden Einsatz in Mini-PCs, zeichnen sich durch hohe Energieeffizienz aus und ermöglichen oft eine passive Kühlung.
Rechenzentren und Server-Prozessoren (Xeon-Serie): Trotz intensiver Konkurrenz bleibt Intel ein bedeutender Akteur im Bereich der Datacenter.
Automobilsektor und Mobileye: Mit Mobileye ist Intel gut im Bereich autonomes Fahren und Fahrerassistenzsysteme positioniert.
Foundry-Geschäft und KI-Initiativen: Investitionen in die eigene Chipfertigung (Intel 18A) und die Entwicklung eigener KI-Chips (z. B. Gaudi 3) könnten die langfristige Wettbewerbsfähigkeit stärken.
Grafikkarten und Gaming (Intel Arc): Die Einführung der Arc-Grafikkartenserie zeigt Intels Engagement im GPU-Markt.
Strategische Vorteile und geopolitische Faktoren
Aktuelle Berichte deuten darauf hin, dass Wettbewerber wie Broadcom und TSMC Interesse an bestimmten Geschäftsbereichen von Intel zeigen. Broadcom erwägt demnach die Übernahme von Intels Chipdesign- und Marketing-Segmenten, während TSMC an der Fertigungssparte interessiert ist. Dieses Interesse unterstreicht, dass Intel trotz aktueller Schwächephasen über Infrastrukturen und Technologien verfügt, die für Mitbewerber attraktiv sind.

Zudem könnte eine Rückkehr von Donald Trump ins Präsidentenamt zu verstärkter politischer Unterstützung für US-amerikanische Unternehmen wie Intel führen, was zusätzliche strategische Vorteile mit sich bringen könnte.

Fazit: Steht ein Comeback bevor?
Die Intel-Aktie präsentiert sich als "schlafender Riese": Technische Indikatoren deuten auf eine Unterbewertung hin, fundamentale Geschäftsbereiche bleiben robust, und das Interesse von Wettbewerbern sowie geopolitische Faktoren könnten Intel in eine vorteilhafte Position bringen. Obwohl die Konkurrenz durch Unternehmen wie Nvidia und AMD stark ist, bleibt Intel ein zentraler Akteur in der Halbleiterindustrie. Für Value-Investoren könnte sich hier eine attraktive Gelegenheit bieten – vorausgesetzt, das Unternehmen setzt seine strategischen Maßnahmen konsequent um.
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